Mit der BW 3 Hornet unterwegs in den Allgäuer Alpen


(Bericht von Patrick Hirschauer, FSG Wangen-Kißlegg e.V.)

Der Streckenflugförderverein des BWLV überließ uns, Patrick Hirschauer und Lasse Noll (Flugsportgruppe Wangen-Kisslegg e.V.), seine Hornet über Ostern für Streckenflüge in den Allgäuer Alpen. Schon lange im Voraus stellten wir einen Antrag auf die Nutzung des Förderflugzeugs, das allen Mitgliedern des Fördervereins für Streckenflüge, Wettbewerbe oder Trainingszwecke zur Verfügung steht. Nach einer Zusage auf unseren Antrag machten wir uns kurz vor Ostern auf den Weg nach Oppingen, den Ort der Übergabe. Ein herzlicher Empfang und eine Einweisung in die Handhabung und den Aufbau des Flugzeuges erwarteten uns dort.

Bereits am nächsten Tag absolvierten wir erste Gewöhnungsflüge auf unserem Heimatflugplatz Wangen-Kißlegg. Besonders begeisterte uns die Parallelsteuerung der Hornet, durch welche sie sich wunderbar feinfühlig in der Thermik fliegen ließ. Die Ostertage mit herrlichem Segelflugwetter standen uns bevor.



Die Fahrt ins Allgäu, Patrick Hirschauer und Lasse Noll

Am Samstag vor Ostern plante ich (Patrick Hirschauer) einen Streckenflug durch die Allgäuer Alpen mit dem Wendepunkt Zugspitze. Bereits am Morgen kamen erste Zweifel auf, ob diese Strecke bei einer niedrigen Basis im Alpenvorland von etwa 1.500 m MSL zu schaffen sei. Gegen 14.00 Uhr startete ich an der Winde. Schon den ersten Aufwind zu finden gestaltete sich an diesem Tag als sehr schwierig. Es dauerte 30 Minuten, bis ich eine brauchbare Höhe von 2.000 m MSL hatte, um einen Abflug in Richtung Isny - Schwarzer Grat zu wagen.
Der Schwarze Grat stellt gerade bei Westwind einen sehr guten Zwischenstopp zum Auftanken für den Einstieg in die Alpen dar, doch nicht so an diesem Tag. Ich setzte ohne wirklich an Höhe gewonnen zu haben zum Sprung in Richtung Nagelflugkette Hochgrat (1.834m) an.



Nagelflugkette Hochgrat

Zudem nahm ich wahr, dass die Basis mittlerweile auf 2.500 m MSL angestiegen ist. Doch leider befanden sich diese herrlichen Cumuli weit hinter der Nagelflugkette und waren somit für mich mit meiner derzeitigen Höhe unerreichbar. Nachdem auch mein Gleitpfad nach Isny laut LX immer mehr schwand, beschloss ich bereits entmutigt dorthin zurückzufliegen. Die Gefahr einer Außenlandung in diesem Gelände erschien mir ein wenig zu groß. Schon mit der Isnyer Platzfrequenz gerastet, schlug mein Vario plötzlich einen Kilometer vor Erreichen des Flugplatzes aus. Ein schöner gleichmäßiger 2,5 m Bart brachte mir die Höhe für einen Einstieg in die Berge. Ich überquerte den Hochgrat. Links im Tal lagen Sonthofen und Oberstdorf, rechts der Bregenzer Wald mit Blick auf Bodensee und die Schweizer Berge und vor mir lag der Hohe Ifen und das Gottesackerplateau. Leider musste ich auch feststellen, dass am Hohen Ifen die Basis wieder unter Gipfelhöhe gesunken war. So versuchte ich, die eigentlich von Vereinskollegen nicht empfohlene Talüberquerung Richtung Sonthofen, vorbei an Agathazell zum Grünten, welcher im Volksmund auch als "Wächter des Allgäus" bekannt ist. An diesem Tag sollte jedoch das Segelfliegerglück einfach nicht mit mir sein. Beim Zurückschauen Richtung Bodensee zeichneten sich erste dunkle Gewitterzellen ab. "Naja, eigentlich will ich ja auch an die Zugspitze und nicht zurück an den Bodensee."
Angesichts der Wetterlage rückte dieses Vorhaben in immer weitere Ferne, obwohl ich mich bereits weiter östlich über Hindelang in meiner Spitzenthermik des Tages mit 3,5 m befand. Ich beschloss nun das Tannheimer Tal entlang Richtung Osten ins Lechtal zu fliegen. Ich glitt vorbei am Vilsalpsee, am Hochvogel und am Aggenstein und erreichte Füssen. In der Ferne war auch das Schloss Neuschwanstein zu erkennen. Leider sah die Wetterlage Richtung Plansee nicht einladender aus. Keinerlei Wolken mehr am Himmel. Auch die Uhr sprach gegen einen Weiterflug. Es war bereits 16:30 Uhr. Laut Wetterbericht sei nach 17:30 Uhr mit keiner nutzbaren Thermik mehr zu rechnen, weswegen ich den direkten Rückflug antrat. Aufgrund meiner Höhe von 3.000 m MSL bereitete mir der Heimflug keinerlei Schwierigkeiten. Es war mir mit dieser Höhe sogar möglich noch einen Abstecher vorbei an Leutkirch und Bad Wurzach zu fliegen. Dabei hatte ich stets die Gewitter über den Bergen und dem Bodensee im Blick. Ein herrlicher, erlebnisreicher und eindrucksvoller Übungsflug durch die Allgäuer Alpen ging zu Ende.



BW3 Hornet Anflug Segelflugplatz Wangen Kisslegg

Vielen herzlichen Dank an den Streckenflugförderverein, der Lasse Noll und mir die Hornet zur Verfügung stellte. Wir können allen Interessenten eine Mitgliedschaft im Streckenflugförderverein empfehlen, um sich selbst ein Bild vom Fluggefühl der Hornet zu machen. Für einen Jahresbeitrag von 25,00 € stehen den Mitgliedern neben der Hornet auch noch ein Duo Discus sowie ein Discus auf Antrag zur Verfügung.