Mit der BW2 in Bled


(Bericht von Susanne Schödel)

Mitte April, die Flugsaison hat in diesem Jahr zu Hause noch nicht richtig begonnen, und ich werfe ein letztes Mal vor der Abfahrt in Frankfurt einen Blick auf die Checkliste für das Trainingslager der Frauen- Nationalmannschaft. Es wird in Bled, Slowenien, stattfinden und eine Woche dauern. Vom Thermikhut über Müsliriegel, von der Wasserpumpe samt Kanistern bis zur ICAO-Karte ist alles verstaut.
Nur alles, was das Flugzeug betrifft - auch Papiere, Zubehör, Hängerausrüstung - kann ich noch nicht abhaken. So mache ich mich, recht gespannt, auf den Weg Richtung Salzburg, wo ich bei der Raststätte Hochfelln-Süd an einem Sonntag morgen die "BW2" übernehmen werde, die aus Nitra in der Slowakei vom Wettbewerb kommt. Das Kennzeichen sagt es schon: es ist eines der Flugzeuge des "Vereins zur Förderung des Strecken- und Wettbewerbssegelfluges in Baden-Württemberg", mit dem ich am Trainingslager teilnehmen kann.
Am Übergabeort öffne ich den Hänger, und der Discus 2b strahlt mich an. Ein Blick in den Stauraum über der Deichsel zeigt wohlgeordnete Verhältnisse - links die Mückenputzer und Eimer mit Schwamm und Leder, rechts die Bleigewichte und ein Koffer mit Akkus und Lagegeräten, dazwischen Flächenrad und -stütze, Kuller, Schleppstange und Ersatzrad. Der Hänger hat nicht nur eine Anti-Schlingerkupplung, sondern gleich zwei fest montierte Adapterkabel für 9- und 13-polige Anschlüsse am Auto. Wie hier schon für alles gesorgt ist…

Wenige Stunden später haben wir den Karawanken-Tunnel durchfahren und sind in Bled angekommen. Über uns Sonnenschein und schöne Cumuli, also Aufbauen und zum ersten Mal in slowenischer Thermik fliegen. Beim Aufrüsten stelle ich fest, dass Bordbuch und Bolzen in einer dafür aufgeteilten Tasche auf der Rückseite der Sitzlehne verstaut sind - wo sie keinen Platz wegnehmen und griffbereit sind.
Abgesehen von den harmonischen Flugeigenschaften des Schempp-Hirth-Flugzeugs finde ich die Position des Flarm - oberhalb des Instrumentenbretts, in die Abdeckung integriert, sehr einleuchtend und sinnvoll. Die blaugetönte Haube und die markanten Farbmarkierungen an den Winglets prägen das Flugzeug.

So kann ich die folgenden drei Flugtage unbeschwert genießen, die uns in Dreier-Teams mit Trainer bis zum Großglockner in unberührte Schneelandschaften führen. Am dritten Tag zieht schlechteres Wetter auf, und im Verband mit Rennklasse-und 18 Meter-Flugzeugen zeigen sich die guten Gleiteigenschaften des Discus einmal mehr. Nach fast 20 Flugstunden und über 1000 Streckenkilometern geht es zurück mit Zwischenstation am Flugplatz Bruchsal, wo schon der nächste Pilot wartet, um die BW2 zum Wettbewerb in Klix zu übernehmen.

Wäre es ein eigenes Flugzeug, man würde die selben Ansprüche stellen. Es müsste auch alles so gut organisiert und ausgestattet sein, wie für einen Wettbewerb und so, dass man sich um Details keine Gedanken mehr machen muss. Mit der BW2 und den anderen Flugzeugen des Fördervereins hat man das, und damit kann der Kopf frei bleiben für die Fliegerei selbst. Also: herzlichen Dank an den Vorstand des Fördervereins und seine Unterstützer, dass er seinen Mitgliedern einen solchen Flugzeugpark zur Verfügung stellt! Damit macht Ihr es möglich, dass Piloten ohne eigenes Flugzeug gute fliegerische Erfahrungen machen können.