LM 2009 vom 17. - 29.8. auf dem Hornberg


(Bericht von Daniel Schütz)

LM 2009 vom 17. - 29.8. auf dem Hornberg

und Qualifikationsmeisterschaft für die DM der Junioren 2010
aus Sicht der BW3

Genau in der Mitte der Baden-Württembergischen Sommerferien trafen sich 41 junge Piloten aus vielen verschiedenen Bundesländern um miteinander um die vorderen Plätze zu fliegen. In den zwei Klassen, Club und Standard, konnten fünf Wertungstage realisiert werden.

An beiden Tagen des Pflichttrainings schaffte es keiner nennenswert weit über die Abfluglinie, daher beginne ich direkt mit dem ersten Wertungstag.

Mi 19.08., 1.WT:

Ausgeschrieben waren 176,6km Racing über Gammertingen nach Mergelstetten und zurück. Vor dem Abflug war es bis auf seltene Flusen ziemlich blau und die Bärte sehr schwach, es war also Pulken angesagt. Ausgerechnet als die meisten abflogen, war ich etwa 300 Meter tiefer als der Pulk, dem ich mich anschließen wollte, ich flog aber trotzdem mit ab weil ich die anderen nicht aus den Augen verlieren wollte. Ich musste mich dann nach 30km doch vom Pulk trennen, weil ich einfach zu tief war. Doch ich hatte Glück und auf dem Weg zu landbaren Gefielden holten mich 1,2 m/s wieder nach oben. Das erlaubte mir den Gleitsprung zu den Wolken südlich Münsingen, die ganz passabel aussahen. Da angekommen war mir der bessere halbe Meter nicht gut genug und prompt setzte ich auf dem schönsten Stoppelfeld der Gemeinde Meidelstetten auf. Sechs Teilnehmer schafften die Strecke, bester war Conny von Podewils mit 50,48 km/h. Die Standardklasse hatte beschlossen, an diesem Tag nicht zu starten.

Sa 22.08., 1.WT Std.:

Nach zwei verregneten Tagen wurde endlich wieder geflogen, es konnte in das enge Wetterfenster allerdings nur eine Aufgabe für die Standardklasse gelegt werden. Diesmal ging es für ein 144km-Vieleck nach Norden. Vom Boden aus sahen die Bedingungen sehr schwierig aus, die Aufgabe konnte aber von 13 Piloten geflogen werden. Sieger war Sören Nölke mit 84,69 km/h.

So 23.08., 2.WT:

Das Wetter war wieder gut gemeldet und beide Klassen bekamen Strecken von 252km bzw. 268km. Der Wind war allerdings mit mehr als 30km/h recht stark, das begünstigte aber auch die Straßenbildung. Ich hatte den ersten Start und es ging zu dem Zeitpunkt auch recht gut, daher flog ich erstmal gegen den Wind die Abfluglinie hoch und wartete dort auf meine Mitstreiter. Das Wetter baute jedoch zunehmend ab und der starke Versatz tat sein übriges. Irgendwann bin ich dann einfach los geflogen, weil es immer schlechter wurde. Zur ersten Wende musste ich etwas kämpfen, danach an der Basis lief es dann recht gut und mir fehlten bald nur noch 5km auf den Pulk, der 10min vor mir abgeflogen war. Den habe ich aber plötzlich nicht mehr gesehen und dann kam mir der grandiose Einfall, dass es vielleicht besser sei auf der Luvseite des Schenkels zu fliegen und ich nahm einen großen Umweg in Kauf. Für den Rest des Fluges war ich dann allein und sehr schön war der lange letzte Schenkel mit dem starken Wind im Rücken. Sieger waren an diesem Tag Peter Nübling und Max Heilmann Punktgleich mit Schnitten um 73 km/h. In der Standardklasse war wieder einmal Sören Nölke im Alleingang mit 97,66 km/h um einiges schneller als der Rest.

Mo 24.08., 3.WT:

Die Auslösetemperatur für Wolken lag an diesem Tag bei 36°C. Nach wiederholtem Verschieben der Startbereitschaft ging dann endlich um 14:00 der erste Schlepp der Standardklasse raus, 45min später hing ich dann auch am Seil, es sollte über Gammertingen und Aalen zurück zum Hornberg gehen. Die Wetterlage kannten wir ja zur Genüge, es war mal wieder Pulken unter einigen dünnen Fetzen angesagt. Aufgrund von mäßigem Steigen vor dem Abflug schätzte ich den Tag zu gut ein und flog gleich zu schnell los. Nach einer halben Stunde über irgendeiner Dorfkirche in 200m GND neben dem optionalen Landefeld bin ich eigentlich nur noch abgeglitten und dann in Kirchheim gelandet. Wer den Anschluss an die Wolken bekam traf auf gute Steigwerte bis 2800m. Von der Wende zurück nach Aalen wurde eigentlich nur noch geglitten und die meisten landeten dann auch dort. Den knappen Tagessieg errang Peter Nübling auf der M1. In der Standardklasse lief es ähnlich ab, keiner schaffte die Strecke. Dennoch gab es hier fast 1000 Punkte, die Wertung wurde also ganz schön durcheinander geworfen.

Do 27.08., 4.WT:

Mit Zwischenhocheinfluss war das Wetter wieder ganz brauchbar, es gab für beide Klassen AAT Aufgaben etwa 300km um die Mitten mit 3 bzw. 3,5h Zeit. Bis auf den letzten Sektor, der im Norden war, lag die Strecke auf der Alb mit dem ersten Schenkel in den Süden. Der Himmel sah vor dem Abflug richtig gut aus und die Bärte waren gut, unten raus hatten aber einige Probleme, es hieß also hoch zu bleiben. Beim Abflug hab ich zufällig die 33 und die ITI getroffen, wir sind dann auf dem ersten Schenkel zusammengeblieben. Allerdings haben wir das mit dem oben bleiben etwas zu ernst genommen, weswegen andere hier deutlich schneller waren. Ich hab dann etwas früher gewendet und der zweite Schenkel war mit Rückenwind ein Genuss zumal ich einer feinen Linie mit den letzten Wolken am Himmel folgen konnte. In Richtung des letzten Sektors sah es aber sehr nach Flugzeugweitwurf aus und die Heimkehr war fraglich. Ich hab den Sektor dann nur angeschnitten und bin direkt wieder Richtung Albkante, aber erst mitten über Aalen konnte in 350m GND wieder sehr schwaches Steigen geortet werden. Einige 0.3er später konnte ich dann mit 30m Plus zum knappen Endanflug ansetzen, das hat dank einer leicht tragenden Linie auch gut hingehauen (Aufgrund der hohen Lage des Platzes kann man das hier gefahrlos machen). Mit mir waren nur noch sieben weitere zu Hause und der Tagessieg ging wiederum an Peter Nübling. In der Standartklasse gewann Matthias Luithardt.

Sa 29.08., 5.WT:

Der letzte Wettbewerbstag auf dem Hornberg brachte uns das beste Wetter des Wettbewerbs. Bei Steigwerten zwischen 3 und 5 Metern konnte in beiden Klassen ein richtiges Rennen geflogen werden. Der Erste Schenkel war gegen den Wind zwar nicht so schnell, es ging aber flüssig. Im ersten Sektor stand eine tolle Reihung mit guten Steigwerten, die eine optimale Wende ermöglichte. Danach traf ich dann die folgenschwere Entscheidung, im Süden der Alb zu bleiben, was dazu führte, dass ich nach langem Abgleiten mit 1-2 m/s vorlieb nehmen musste. Im letzten Sektor ging's dann tierisch nach oben, unter langen Ketten mit Steigwerten bis 6 m/s konnten Endanflüge über 70km durchgeführt werden. Bei mir waren es am Ende leider nur 87 km/h, Tagessieger und damit Gesamtsieger wurde Joachim Schwenk mit 99 km/h. In der Standardklasse zeigte wieder Sören Nölke sein Talent und siegte mit 111 km/h. Den Gesamtsieg in der Standardklasse errang Patrick Puskeiler.

Fazit:

Für mich war das einer der schönsten und lehrreichsten Wettbewerbe, an dem ich bisher teilgenommen habe, die Organisation hat sehr gut funktioniert und die Kameradschaft war meistens stärker als die Konkurrenz untereinander. Die BW3 ist ein wunderbares Flugzeug und hat mir sehr gute Dienste geleistet, vielen Dank an dieser Stelle dem Förderverein für die Bereitstellung desselben. Jetzt bleibt nur noch auf viele Qualiplätze zu hoffen!