(Bericht von Dieter Schwenk)
Die Idee entstand bereits im letzten Jahr, da Jürgen Baumgart und ich im September öfter nach Serres in Südfrankreich gehen, um die Saison noch etwas zu verlängern. Die wunderschönen Eindrücke der Provence wollten wir unbedingt unseren jungen Piloten näher bringen. So haben wir uns für Ende August und Anfang
September um den Förder-DUO BW 1 beworben und erhielten tatsächlich auch die Zusage für dieses wunderschöne Flugzeug. Mit einem DUO zu fliegen ist für unseren Verein auch wirklich etwas besonderes, da unser Segelflugzeugpark an Doppelsitzern " nur " eine ASK 13 und einen Twin aufweisen kann und wir finanziell,
bedingt durch den damaligen Absturz unserer Jodel, bis heute noch nicht in der Lage sind überhaupt an eine
Anschaffung einer solcher Maschine zu denken.
Umso mehr haben wir uns natürlich über die Zusage für den BW 1 gefreut, da die Heranführung unserer jungen Piloten zum Strecken- und Wettbewerbsflug in unserem Verein dank unserer Fluglehrer und Mitglieder sehr gefördert wird. Nun mag der eine oder andere sagen, dass es schon vermessen ist mit solch jungen Piloten
Joachim Schwenk 15, Christiane Aichele 15, beide mit bestandener theoretischer und praktischer Prüfung, Tanja Schwenk 17 den Schein 3 Tage vor Abreise erhaltend, Werner Gärtner 18, Steffen Göttler 18, behütet vom Fluglehrer Simon Ruopp 23 und Jürgen Baumgart, Peter Hinkel und mir nach Südfrankreich in ein Fluglager zu gehen, aber die Konstellation von 2 Doppelsitzern ( Duo und Twin ) und der ASW 19 war genau passend dafür.
Also machten wir uns an die Vorbereitungen und wer könnte uns besser über die Gebirgssegelfliegerei in Südfrankreich informieren und beraten als unser Uli Schwenk der dort eine WM geflogen ist. Uli, Dir für Deinen Vortrag bis spät in die Nacht nochmals herzlichen Dank. Alle haben bei Deiner theoretischen Einführung in Hang- und Wellenflug viel gelernt.
Aber auch der DUO musste vorbereitet werden und so bauten wir die Sauerstoffanlage, die wir zum Teil ebenfalls von Uli bekamen ein, was durch die vorhandenen Halterungen im BW 1 mit den Spiegelberg Geräten kein großes Problem darstellt. Nun fehlte nur noch ein ELT, welches wir aus der Vereinsdimona ausbauten und samt I Pack und zusätzlichem Logger in den DUO provisorisch einbauten. Nun waren wir gerüstet. Nein, da fehlte uns noch die Genehmigung der Schulung außerhalb von Baden Württemberg, welches ein größeres Problem darstellt. Die Ausbildungsgenehmigung gilt ja bekanntlich nur innerhalb unserem Ländle und vom BWLV wird eine Zustimmung des zuständigen Luftaufsichtsamtes gefordert. Diese lag uns am Abreisetag noch nicht vor und so fuhren wir mit gemischten Gefühlen in Richtung Serres.
Am Samstag 27.August war um 7.00 Uhr Treffpunkt auf dem Flugplatz, doch bis alle noch die Schweizer Autobahnplakette hatten und an allen Hängern der Lichtcheck und die letzten Kleinigkeiten verstaut waren wurde es dann doch 8.00 Uhr bis wir endlich in einer Karavane von 4 Flugzeughängern loszogen. Nach 10 Stunden fahrt kamen wir im strömenden Regen in Serres an.
Nun hieß es erstmal Zelte aufbauen, was im Regen kein besonderes vergnügen ist. Doch der Sonntag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und um 8.00 Uhr
wurden die Flieger aufgerüstet. Klaus Ohlmann begrüßte unsere Jugengruppe sehr herzlich und gab uns ein separates Briefing und endete mit den Worten: " wir sind hier um Spaß an der Fliegerei zu haben und in der Fliegerei zählt vor allem auch das Miteinander ".
Der erste Flugtag wurde so eingeteilt, dass sich Fluglehrer Simon die 19 schnappte und der erfahrendste Jungpilot Steffen mit mir in den DUO, sowie Jürgen im Twin
Werner mitnahm. So erflogen wir uns am ersten Tag die nähere Umgebung mit Aspres, Pic de Bure, Gap und Sisteron. Diese Gegend hat den Vorteil, dass man im breiten Tal sich thermisch so nach und nach an die Gebirgsfliegerei herantasten kann und wir wurden gleich mit Basen bis zu 3000 Meter verwöhnt.
So hielten wir es die ganze erste Woche, dass immer ein erfahrener Pilot auf dem hinteren Sitz Platz nahm und die Gebirgsneulinge langsam an die Fliegerei vor Ort heranführten.
Mit Hilfe von Klaus Ohlmann und seinem Fluglehrer Robin arbeiteten wir uns durch den Paragraphendschungel und erhielten nach langem hin und her
von dem zuständigen Luftaufsichtsamt die erforderlichen Papiere, welche wir per e-mail an den BWLV schickten. Nun konnten auch Joachim und Christiane auf dem vorderen Sitz Platz nehmen und mit Fluglehrer Simon das Gebiet erkunden. Selbst ein Flug mit der ASW 19 war nun für den Flugschüler mit Flugauftrag in Platznähe möglich. Die Idee war, dass wir in der ersten Woche selbst das Gebiet erkunden und in der zweiten Woche war ein Alpeneinweisungskurs mit Klaus Ohlmann gebucht, wo jeder Tag ein anderer
Bergneuling mit einem erfahreneren Piloten teilnehmen sollte.
Der Kurs begann am Sonntag 4. September und das erste Team Werner Gärtner und ich gingen an den Start. Es war ein herrlicher Tag und die Wetterlage war eindeutig, dass es im Norden sehr gut fliegbar sein würde. Der erste Bart brachte uns auch gleich mit Steigwerten zwischen 3 und 4 Meter an die Basis auf 3200 Metern. Vom westlichsten Teil des Apotres bis zum Pic de Bure stand gleich eine Wolkenstraße und wir konnten ohne einen Kreis in Richtung Ecrins aufbrechen.
Im Team waren, geführt von Klaus Ohlmann noch unser Ausbildungsleiter Jürgen Kleber mit Frau Corinne, ebenfalls in einem Duo und Frank Beerhenke in seiner 304. Der Flug führte uns an diesem Tag vorbei am Grand Paradiso über das Aostatal bis zum Matterhorn. Basishöhen von bis zu 4.300 Metern liesen uns doch den ein oder anderen Zug von der Sauerstoffkanüle machen und wir taten gut daran entsprechend vorbereitet zu sein. Als wir nach über 7 Stunden wieder in Serres landeten, waren alle tief beeindruckt.
Am nächsten Tag sollte das Team Joachim und Simon von einem Wetterumsprung ausgebremst werden und leider verbesserte sich die Lage nicht mehr wesentlich. So mussten wir verwöhnt von der ersten Woche mit täglichen Basishöhen von 3000 - 43000 Metern unser Fluglager mit alternativ Programmen wie baden und eine
Fahrt zum Meer beenden und fuhren vorzeitig zurück nach Deutschland weil wir hier laut Wetterkarte noch die
Möglichkeit sahen noch einige Starts vom Eisberg aus zu machen. Es sollte auch hier leider nur noch bei einem
Start bleiben. Dennoch waren alle Teilnehmer begeistert, insgesamt haben wir rund 130 Flugstunden Erfahrung
gesammelt und den längsten Flug mit dem Duo BW 1 mit 7:41 absolvierten Joachim Schwenk und Simon Ruopp.
Danken möchten wir vor allem dem Förderverein für die DUO - Nutzung, alle Piloten sind mittlerweile
absolute DUO Fans, Danke auch an Klaus Ohlmann von Quo Vadis in Serres für seine offene und unterstützende Art von begeisterten Jungpiloten und zum Schluss noch ein Dank an die ganze Jugendgruppe die mit viel Elan beim Fliegen als auch bei Koch- und Spüldienst dabei waren, so macht Jugendarbeit super Spaß !
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