Mit der BW2 auf der Juniorenblockmeisterschaft in Weiden


Bericht von René Kuen

Kurz vor Weihnachten bekam ich die Nachricht, das ich die BW 2 Anfang August mit nach Weiden zur Juniorenblockmeisterschaft mitnehmen durfte. Zu dritt, Mathias Kramkowski auf DG 100 "5W", Bernhard Kramkowski auf dem Vereinsdiscus "6W" und ich mit der "BW2", ging es dann auch wirklich los für das "Team Whiskey", mit einer Menge Helfer im Schlepptau. Für uns alle war es der erste Wettbewerb und das noch im Flachland....wir als Bergflieger.

Angekommen dort erwartete uns erstmal Nieselwetter. Doch am nächsten Tag, dem ersten und einzigen Trainingstag, war es zumindest fliegbar, wobei sich alle noch im Gleitwinkel des Flugplatzes aufhielten. Bis auf unsere 5W. So gab es schon den ersten Einsatz für unsere fleissigen Rückholer.

TAG 1
Die Anspannung stieg langsam immer mehr bei uns. Doch es wurden glücklicherweise mit anfängerfreundlichen 180 km Racing Task angefangen. Nun ging es daran, die Flieger herzurichten, Logger programmieren und sich am Start einzureihen. Bald nach dem ausklinken und dem Öffnen der Startlinie machten wir, "6W" und "BW2", als Anfänger das, was Anfänger so machen. Zu früh losfliegen und den Nachkommenden zeigen, wo es besser geht als bei uns. So überholten uns schon auf der ersten Hälfte des ersten Schenkels die ersten. Gott sei dank lief es aber auch für uns bald recht gut und wir konnten die Aufgabe einigermassen respektabel mit den Plätzen 9 und 10 beenden. Es kamen dann noch ein paar Strafpunkte fürs zu hohe Abfliegen und das zu tiefe Ankommen dazu. Der erste Tag wurde dann unter dem Motto "viel gelernt" abgehakt.

TAG 2
Es wurde ernst. 328 km Racing Task. Ich konnte mich bald nach dem Ausklinken an die zwei Tagessieger des ersten Tages hängen. Gerne wäre ich ihnen auch mal vorgeflogen aber leider war ich zu sehr damit beschäftigt ihnen überhaupt hinterherzukommen. Das funktionierte auf den ersten 145 km zur ersten Wende auch wunderbar. Wir kamen gut voran...ja, bis ich eine kurze Pinkelpause einlegen musste. Da waren meine zwei Kollegen auf einmal weg. Die restlichen Kilometer gings dann tief, im blauen und mutterseelenallein weiter. Ich tastete mich übers Fichtelgebirge langsam voran. Glücklicherweise erwischte ich immer wieder kleine Thermikblasen. 60 km vor Weiden hatte ich dann 400 m plus sogar wieder für den Endanflug. Aber nach gut 40 km war alles weg und ich musste mich kurz vor Schluss aus 150 m über einer schönen Wiese an einem Badesee wieder rausarbeiten. Heimgekommen bin ich schlussendlich dann doch und es reichte sogar noch für einen 8. Tagesrang. Heimgekommen sind alle, aber alle schwer abgekämpft nach den schwierigen Bedingungen auf dem zweiten und dritten Schenkel.

TAG 3
Es wurde schlechtes Wetter prognostiziert und annulliert. Leider hat sich der Wetterbericht getäuscht, fliegerisch wäre sicher eine Aufgabe machbar gewesen. Aber so hatten wir wenigstens Zeit die ersten zwei Tage Revue passieren zu lassen.

TAG 4
Wetter wurde besser vorhergesagt als am Vortag, kam aber schlechter als wie am Tag 3. Gestartet wurde trotzdem. Ausgeschrieben wurde ein Area Task Richtung N und NO mit Möglichkeiten zwischen 140 km und 230 km. Der Himmel war über weiden noch einigermassen offen, rundherum standen aber schon die haufenweise die ersten schweren Regenwolken. Gleich nach dem Ausklinken war es schwer sich überhaupt oben zu halten. Über Weiden und Umgebung ging es thermisch nur sehr mässig. So mussten wir tief und weit Richtung Osten ausweichen. Die Clubklasse tat sich bei diesen Bedingungen sehr schwer und so flog nur einer weiter Richtung Wende, alle anderen landeten spätestens kurz nach dem Abflug wieder in Weiden oder einer Wiese in der Umgebung. Für den Kämpfer in der Clubklasse war es schade, denn er schaffte die Aufgabe, der Tag musste trotzdem annulliert werden. Die Standardklasse kam etwas besser weg, wobei ich mich mit Christian Gillessen von den Augsburger Segelfliegern zusammenschliessen konnte und wir uns nun auf dem Weg zur ersten Wende machten. Vorraus lag eine geschlossene Wolkendecke und das sollte sich auch bis kurz vor Ende nicht mehr ändern. Wir waren zwar die letzten zwei die heimkammen, aber wir waren unter den einzigen acht, die das von sich behaupten konnte.

TAG 5
Wetter war wieder sehr gut. Und so gab es einen 370 km Racing Task. Mein Vereinskollege und ich sind früh abgeflogen. und es lief bis zur zweiten Wende eigentlich auch alles sehr gut. Leider wurde es dann vom Bayerischen Wald heim immer blauer. Wir tasteten uns langsam voran bis vor uns zwei Wolken auftauchten. Wir teilten uns auf, Glück hatte aber keiner von uns und so landeten wir beide 20 km vor Weiden in Bergwiesenähnlichem Gelände (da müssen wir Bergflieger schon nach Weiden fahren, um einmal in einer Bergwiese zu landen).

TAG 6
Der Ärger über die Aussenlandung vom Vortag war grad verflogen, da war schon wieder Briefing angesagt. 395 km Racing Task mit Blauthermik in den Bayerischen Wald war angesagt. Die ersten fragenden Blicke waren zu sehen. Bald nach dem Öffnen der Startlinie war ich in einem 9er Pulk mit dabei, was sicher keine schlechte Entscheidung war an jenem Tag, aber auch keine Garantie fürs Rumkommen, wie noch einige merken sollten. Der erste Aussenlander war der einzige Einzelkämpfer. Wir waren immer noch im 9er Pulk kurz vor der zweiten Wende, immer tiefer kommend. So wurde der Pulk von Hügel zu Hügel immer kleiner, bis auch ich ablassen musste und etwas zurück zum Flugplatz Grafenau flog. Leider war dort weder eine Winde noch ein Flieger für F-Schlepp da. Aber wenigstens war ich unter Fliegerkollegen. Nach und nach bekam ich immer mehr Aussenlander von unseren Rückholern gemeldet. Am Ende sollte es keiner der Standardklasse nach Hause schaffen. Unser komplette Pulk hockte kurz vor oder nach der 2. Wende. Nur die zwei LS8 Piloten kämpften sich tapfer bis kurz vor Weiden und holten sich überlegen den Tagessieg und die ersten Plätze in der Gesamtwertung.

TAG 7
Nach der großen Rückholtour vom Vortag schrieb die Wettbewerbsleiter die nächste Aufgabe wieder einiges kleiner aus. 184 wieder als Racing Task Richtung Norden ausgeschrieben. Wieder gings im Pulk los. Bis kurz vor der zweiten Wende blieb das auch so. Ich hatte auf meinem Rechner schon 250 m Plus auf Weiden und so gings dann zum Endanflug. Ich flog im Pulk vorraus und im Augenwinkel sah ich noch, wie der restliche Pulk hinter mir einkreiste, wo ich gerade noch die Höhe weggezogen hab. Da kam ich ins Grübeln. Hab ich im Rechner was falsches eingestellt? Egal, das musste einfach reichen und das tat es auch und verhalf mir durch drei Kreise weniger zu meinem bisher besten Tagesergebnis, einem 6. Platz.

TAG 8
Der 7. Wertungstag sollte der letzte sein. Ausgeschrieben wurde ein Area Task in Richtung Bayerischer Wald, wo schon bald Gewitter vorhergesagt wurden. Wir waren nach dem Ausklinken zu fünft und flogen ca 15 Minuten später ab als der Rest. Zusammen mit dem Lokalmatador Philipp Pollinger auf einer ASW 24 konnten wir die drei Discen auf dem ersten Schenkel abhängen. Die Wolken über dem Bayerischen Wald standen schon sehr bedrohlich da, das aber mit Bärten über 5 Metern. Wir gingen am Großen Arber noch einmal an die Basis und entschlossen uns weit in den ersten Sektor einzufliegen. Wir flogen bis kurz vor die ersten Schauer, wendeten dann Richtung Regensburg. Ich weiss nicht warum, aber kurz vor der 2. Wende war ich plötzlich 300 m tiefer als mein Flügelmann und so musste ich ihn ziehen lassen. Ich war südlich vom zweiten Sektor und ging nochmal an die Basis und schnitt den Sektor östlich an und ging dann gleich auf Heimatkurs. Im Funk hab ich mitbekommen, das der Philipp tiefer in den S ektor geflogen ist und sich dabei verbastelt hat. Mein Rechner war zwar noch nicht im Plus aber durch die schönen Wolken auf Kurs musste es einfach reichen. So war es auch dann. Ich kam als 5ter über die Ziellinie mit einem Schnitt von mir bisher nie erreichten 109,5 km/h. Philipp und ich, das ergab dann die Loggerauswertung, sind gemeinsam über 110 km nur geradeaus geflogen.....geil wars :)

Die restlichen drei Tage fielen dann dem schlechtem Wetter zu Opfer, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat und sich viele auch schon eine Pause gewünscht haben. Für mich selber kann ich sagen, das ich für den ersten Wettbewerb doch sehr zufrieden war. Es sprang immerhin der 9. Gesamtrang raus. Am Anfang fehlten mir auf die Tagessieger über 20 km/h...am Ende waren es immer noch 10 km/h...aber damit war ich (erstmal) zufrieden. Wir haben viele neue Bekanntschaften getroffen und es wird sicher nicht das letzte Mal sein, das wir auf einem Wettbewerb zu sehen waren. Aber erst durch den Förderverein wurde es mir möglich, damit mitzufliegen, da ich in einem kleinen, aber feinen Verein fliege und da halt ein weiterer Standardklasseflieger fehlt :)

Mehr Infos und Bilder gibts unter www.lsv-fuessen.de oder www.ac-weiden.de