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(Bericht von Gaby Haberkern) Flugplatz Spitzerberg Österreich, Samstagabend, 08.08.09 23:00 - ich liege im Alkoven unseres Wohnmobils und sollte eigentlich schlafen, aber es gehen mir so viele Gedanken im Kopf herum… Wir sind auf der Rückreise nach Deutschland, vor drei Wochen waren wir schon einmal hier zur Übernachtung auf unserem Weg nach Szeged / Ungarn. Damit fing unser "Urlaub" an. Am 18.07. trafen wir in Szeged ein, einige Mitglieder des deutschen Teams waren schon hier. Wohnmobil aufstellen, sich mit der Umgebung vertraut machen, gemütlich Kochen, mit den anderen Beisammensitzen - das Erlebnis Weltmeisterschaft der Frauen 2009 begann. 50 Pilotinnen aus 14 Nationen, mit ihren Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen trafen sich hier. Im Laufe der Trainingswoche trudelten so langsam alle Teammitglieder ein. 10 Pilotinnen, je drei in der Club- und Standardklasse und 4 in der FAI15m-Klasse, unser Bundestrainer Uli Gmelin, Team-Chef Walter Eisele, Meteorologe Walter Hermann, Internet-Beauftragte Kirsten Eichhorn, Übersetzerin, bzw. Kontaktfrau Anna Lässing und natürlich die vielen fleißigen Rückholer und Helfer. Ich hatte für diese drei Wochen Fliegen vom "Baden-Württembergischen Verein zur Förderung des Strecken- und Wettbewerbssegelflugs" den Discus 2b - BW2 zur Verfügung gestellt bekommen. Alle Pilotinnen konnten in der Trainingswoche mindestens einen Start machen und den -sehr grenznahen- Flugplatz und die weitere Umgebung ein wenig kennen lernen. Dörte aus unserem Team musste leider im Passagier-Jet nach Hause fliegen. Nach einem "häuslichen Unfall", durch den sie drei Tage in Szeged im Krankenhaus lag, kamen sie und die Ärzte zu dem Schluss, dass es besser sei, die WM nicht mitzufliegen. Samstag, den 26.07. fand die Eröffnungsfeier im Rathaus von Szeged statt. Alle Pilotinnen waren nach musikalischer Eröffnung und den Reden und zu einem großen Buffet eingeladen. Sonntag, 27.07. konnte der erste Wertungstag geflogen werden. Es folgten weitere fünf spannende Tage mit in der Clubklasse Strecken bis zu 510 km und Schnitten von 100,9 km/h, in der Standardklasse Strecken bis zu 635 km und Schnitten von 121,9 km/h, in der FAI15m-Klasse Strecken bis zu 617 km und Schnitten von 131,1 km/h. Ich hatte noch selten solch ein Wetter erlebt, mit Steigwerten von 3 bis zu (1 mal) 6 m/s integriert, mit einer Basis von bis zu 2400 Metern bei einer Geländehöhe von durchschnittlich ca. 100 m! Samstag wurde ein Ruhetag angesetzt, da die Temperaturen die ganze Zeit schon tags auf 38°C im Schatten kletterten, es auch nachts nicht bemerkenswert abkühlte und die Pilotinnen doch anstrengende Tage hinter sich hatten. Abends wurde ein schöner ungarischer Abend mit Musik, Tanz und landesüblichen Spezialitäten gefeiert. Sonntag und Montag waren wieder Flugtage, aber das Wetter hatte ein klein wenig abgebaut. Am Montag war internationaler Abend angesagt. Jede Nation trug mit Essen, Trinken und Unterhaltung dazu bei, dass es ein einmaliger Abend wurde. Für manche war es schon gut, dass tags darauf nicht geflogen, sondern neutralisiert wurde. Auch der Mittwoch und Donnerstag ließen die Wettbewerbsleitung nach Briefing, Startaufbau, Warten und einem heftigen Gewitter zu dem Schluss kommen, es sei besser zu neutralisieren. Der 05.08. war noch ein ganz spezieller Frauen-WM-Abend: 15 "Junghexen" (Pilotinnen, welche noch nie auf einer EM oder WM geflogen waren), wurden von 15 "Mutterhexen" mit Hexenschwur, Tanz um`s Feuer und "Hexentrunk" in die Riege der "Althexen" aufgenommen. - Ich musste meinen Hexenschwur auf Polnisch leisten. Verstanden hab ich nicht, was ich da gesagt habe, aber es gab den Eid ja auch auf Deutsch. Der letzte Wertungstag am 07.08. war dann ein Flugtag, welcher die Wertung noch einmal durcheinander brachte. Bis zum Schluss war es spannend, welche Platzierung die deutschen Pilotinnen erreicht hatten! Das Ergebnis am Samstagmorgen bei der Siegerehrung kann sich durchaus sehen lassen.
Das deutsche Team stellt zwei Weltmeister und erflog den Teampokal, welcher bei jeder Weltmeisterschaft an das Team mit den besten Leistungen überreicht wird. Nachdem alles zusammengepackt, im Wohnmobil verstaut und der Anhänger angehängt war, kam das große Abschied-Nehmen. Mit einigen Pilotinnen der fremden Nationen hatte ich doch engeren Kontakt geknüpft. Und hier liege ich nun, im Wohnmobil und frage mich: haben sich meine Erwartungen und Hoffnungen bestätigt und erfüllt? Es ist alles dabei: zum Teil nein, zum Teil ja und zum Teil übertroffen. Zum Schluss möchte ich mich ganz besonders beim Streckenflugförderverein BW bedanken, der es mir ermöglichte in diesen drei Wochen den BW2 zu fliegen. |
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